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Das Insula-Institut auf dem 54. TCM Kongress in Rothenburg

Vom 16. bis 20. Mai 2023 fand in Rothenburg ob der Tauber der 54. TCM Kongress statt. Wie in den Jahren zuvor hatten auch diesmal Velia Wortmann und Prof. Dr. Florian Beißner, der Leiter des Insula-Instituts, am Freitag zum Thementag TCM-Forschung eingeladen. In der erhebenden Atmosphäre des Großen Villensaals ganz an der Spitze des Kongresshotels Wildbad in Rothenburg kamen rund 40 Interessierte zusammen, um sich die neuesten Forschungsergebnisse präsentieren zu lassen. Nach einführenden Worten von Velia Wortmann erläuterte Prof. Beißner zunächst wichtige Begriffe der Neuen Phänomenologie des Philosophen Hermann Schmitz, der insbesondere für seine Beiträge zum gespürten Leib des Menschen von großer Bedeutung für das Verständnis der Chinesischen Medizin aus westlicher Sicht ist. Im Anschluss nahm er die Teilnehmenden dann mit auf eine Reise in die Neuro- und die Kognitionswissenschaften und stellte dar, dass Körper und Gehirn sowie Körper und Geist keinesfalls getrennt zu betrachten sind, sondern ganz im Gegenteil in einer innigen Beziehung zueinanderstehen. Dr. Antonia Pfeiffer (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Insula-Institut) zeigte im Laufe des Vormittags, welch hohe Bedeutung qualitative Studien für die Forschung haben. Im vergangenen Jahr hatte sie eine qualitative Studie mit halbstrukturierten Interviews durchgeführt und Patient:innen zu ihren Empfindungen und Erlebnissen befragt, die sie während der integrativen Therapiemethode sinosomatics gehabt hatten. Mithilfe spannender Beispiele präsentierte sie nun ihre Ergebnisse. Inwiefern übertragene Empfindungen auch außerhalb eines therapeutischen Kontextes auftreten können, zeigte im Anschluss Daria Iwasinski. Zum ersten Mal konnten die Zuhörenden sehen, inwiefern die gezielte Lenkung von Aufmerksamkeit in den Körper hinein zu Empfindungen führen kann, die quantitativ erfasst und statistisch ausgewertet werden können. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit am Insula-Institut hatte Frau Iwasinski 2022 hierzu eine explorative Studie durchgeführt und deren Ergebnisse nun auf dem Kongress vorgestellt.


In der Mittagspause konnten sich die Kongressteilnehmenden über das Gehörte austauschen sowie eine Reihe wissenschaftlicher Poster anschauen, die von nationalen und internationalen Wissenschaftler:innen eingereicht worden waren. Die Preise zur Prämierung der besten wissenschaftlichen Arbeit wurden vom Insula-Institut ausgelobt. Informationen zu den Gewinnern finden sie hier.


Am Nachmittag gab Dr. Ute Engelhardt mit ihrem Vortrag einen Einblick in die Sinologie und aktuelle Forschung zu den Figurinen von Lao guan shan und Shuang bao shan. Dabei handelt es sich um interessante archäologische Funde aus der Anfangszeit der Chinesischen Medizin, die vermutlich frühe Versionen der noch immer mysteriösen Leitbahnen zeigen. Ihre Überlegungen griff Prof. Beißner in seinem abschließenden Vortrag noch einmal auf, rekapitulierte die Themen des Tages und stellte dar, welche zentrale Rolle therapeutischen Empfindungen bei der Erklärung altchinesischer Konzepte, wie Qi und Leitbahnen zukommt.


Alle Redner:innen zusammen sorgten dann für einen gelungenen Abschluss, indem sie fast eine Stunde lang die vielen interessierten Fragen der Teilnehmenden in einer Podiumsdiskussion beantworteten und dabei sicherlich auch selbst die eine oder andere interessante Anregung von den Teilnehmenden mitnehmen konnten.

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